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Krematorium

 

open competition - Amt für Stadtliegenschaften, Thun CH

Neubau Krematorium Thun-Schoren

2015 

 

Maja Leonelli - Landscapearchitect

Andrea Roscetti - Sustainable Strategies

Jeroen Geel www.jeroengeel.ch - Kunst am bau
rendervalley - Images

 

 

Das Konzept für den Neubau des Krematoriums Thun-Schoren besteht darin, die Grenzen und damit die Einfriedung des Friedhofs weiter zu bauen. Über eine Reihe von Lehmwänden wird ein klarer Übergang zwischen Friedhof und Stadt geschaffen. Die Lehmwände bilden einen neuen Horizont, welcher den Friedhof optisch von der Stadt trennt und den unmittelbaren natürlichen Kontext, wie die Wälder, die Landschaft und die Berge in den Vordergrund rückt. Im selben Moment werden die Wege definiert. Die Architektur der Lehmwände führt die Besucher in einen natürlichen und organischen, aber auch ruhigen und abstrakten Raum ein; den notwendigen Raum für die Kontemplation und die Andacht. 

Die geschichteten Lehmmauern aus gestampfter Erde unterstreichen die Horizontalität des Projektes und wirken als Gegenpol zur Vertikalität der Berge. Die Technik der Lehmbauweise in Schichten verstehen wir auch als Metapher für die Geschichte und die Erinnerung.

 

Das Kunst am Bau-Projekt arbeitet mit Lichtführung und einer Wandbemalung, welche diese Lichtführung verstärkt oder abschwächt. Damit der Andachtsraum mit seinen kleinen Dimensionen für die Trauernden nicht einengend wirkt, ist er nach oben scheinbar offen. Diese Wirkung entsteht durch verdeckte Lichtquellen, welche die Decke indirekt von der Seite her beleuchten und einer Bemalung, welche die dadurch entstehenden Helligkeitsunterschiede ausgleicht. Der, in warmen Farbtönen gehaltene Farbverlauf an den Wänden, zusammen mit dem gedämpften Licht, ermöglichen den Trauernden eine letzte Begegnung mit dem oder der Verstorbenen in einer ruhigen, geschlossenen Atmosphäre. Im Abdankungsraum ist die Bemalung strenger. Der Raum wird in Dreiecksflächen unterteilt, die zusammen mit der Lichtführung die Blicke der Trauergemeinde nach vorne lenken. Das indirekte Licht von oben wird durch die Bemalung noch verstärkt, um dem erhebenden Anlass Rechnung zu tragen.

 

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Alice Busani
dipl. architetto USI-AAM
OAPPC della Provincia di Parma n.1090